ORF1 LOGOS Friedrich Hölderlin und die Religion

ORF 1 Radiosendung Hölderlin

Datum / Zeit: 14.03.2020  |  19:05 – 20:00

„Der Dich­ter, der die Göt­ter beschwor”. Anläss­lich des 250. Geburts­ta­ges von Fried­rich Höl­der­lin skiz­ziert der Phi­lo­soph Chris­toph Quarch anhand aus­ge­wähl­ter Zita­te aus dem „Hype­ri­on” und ver­schie­de­nen Gedich­ten die Grund­zü­ge von Höl­der­lins Reli­gi­on

Zu Zei­ten Höl­der­lins begann die auf­kom­men­de Öko­no­mie und Tech­nik die Welt zu domi­nie­ren. Die Welt erschien ihm von allen guten Geis­tern ver­las­sen und eben in die­ser Situa­ti­on weist Höl­der­lin den Weg zu einem authen­ti­schen, leben­di­gen, see­len­vol­len, frei­en und begeis­ter­ten Mensch­sein. Sei­ne Dich­tung ver­sucht, den Pro­ble­men und Patho­lo­gien unse­rer tech­nisch-öko­no­mi­schen Moder­ne zu ent­rin­nen. Den Aus­weg erkann­te Höl­der­lin in einer neu­en Reli­gi­on, in deren bedin­gungs­lo­sen Dienst er sich stellt. Die­se Reli­gi­on nahm Maß an der ganz dies­sei­ti­gen, der natür­li­chen Welt hul­di­gen­den Fröm­mig­keit der alten Grie­chen. Höl­der­lin erkann­te dar­in ein will­kom­me­nes Gegen­gift sowohl gegen ein erstarr­tes Chris­ten­tum als auch eine dena­tu­rier­te Wis­sen­schafts- und Tech­nik­gläu­big­keit.

Als Sän­ger und Pries­ter des „Hei­li­gen Seins” die­ser Welt blieb Höl­der­lin lan­ge ver­kannt. Heu­te erscheint es eher mög­lich, die Dring­lich­keit und Wahr­heit sei­nes Anlie­gens bes­ser begrei­fen zu kön­nen. Sich mit sei­ner – oft nicht leicht zugäng­li­chen – Dich­tung zu beschäf­ti­gen kann hel­fen, das eige­ne Leben frucht­bar zu machen. Der Dia­log mit Höl­der­lin bie­tet heu­te zahl­rei­che Impul­se für ein spi­ri­tu­el­les Leben und ein leben­di­ges Mensch­sein.

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Mode­ra­ti­on: Johan­nes Kaup –  Rezi­ta­ti­on Ulrich Reinthal­ler

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