Dr. phil. Christoph Quarch

Fußball – das heilige Spiel

Veröffentlicht am 20. Mai 2018

Fußball sieht nicht nur aus wie Religion, Fußball ist Religion. Es ist eine kühne These, mit der sich der Philosoph Christoph Quarch (»Rettet das Spiel!«) einen Reim darauf zu machen versucht, warum Fußball die Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Dem religiösen Charakter des Fußballs sei es geschuldet, dass das Spiel Menschen über alle Grenzen hinweg zu verbinden und zu harmonisieren vermag. Deshalb sei es nur recht und billig, dem Fußball in Zeiten der Weltmeisterschaft zu huldigen. »Wir haben auf der Welt zur Zeit nichts Besseres«.

Lesen Sie den ganzen Essay veröffentlicht im Milieu hier.


Was die Lebendigkeit betrifft …

Veröffentlicht am 11. Mai 2018

Vitally, the human race is dying. It is like a great uprooted tree, with its roots in the air. We must plant ourselves again in the universe.

Was die Lebendigkeit betrifft, so liegt die Menschheit nun im Sterben. Sie gleicht einem großen, entwurzelten Baum, dessen Wurzelwerk sich in den Himmel reckt. Wir müssen uns aufs Neue in das Universum pflanzen. (D.H. Lawrence)


DER WALD

Veröffentlicht am 08. Mai 2018

Für unsere Vorfahren war er Zuflucht und Tempel, Heimat und Fremde: der Wald. Tausendmal von den Dichtern besungen, Kulisse unzähliger Mythen und Märchen. Vor allem die Romantiker zog es unwiderstehlich in die Wälder, fanden sie dort doch eine Ursprünglichkeit des Lebens, die sie in der Welt der Städte und Märkte längst nicht mehr fanden. Von daher mutet es beinahe kitschig an, sich des Waldes zu besinnen und einer poetischen Phantasie über den Wald zu folgen.

Und doch ist dies wohltuend und heilsam, denn das Wissen um der heilenden Kraft des Waldes ist tief in unserer aller Seelen eingezeichnet. Und ein Wald ist fast immer nahe. Sei es in der unmittelbaren Umgebung des Wohnortes, sei es in der Phantasie. Zu diesem inneren Wald zu wandern, möchte ich Sie einladen. Erinnern Sie sich. Rufen Sie sich ein Bild vor das innere Auge – einen Weg, einen Waldrand. Sie stehen in der Abendsonne.

Offen zum Feld hin steht freundlich das Tor,
das, umschattet von uralten Eichen, den Weg
in dem flirrenden Grün kühler Schatten verschluckt
und dich einlädt ins stille und heimliche Reich
des Waldes, der oft schon mit zärtlichem Hauch
die Wange dir tröstend und sorgend gekühlt
dass freier du wieder zu atmen vermochtest
und kraftvoller du deinen Herzspuren folgst.

Hier wohnt ein Leben, dem du immer wieder
und ohne zu fragen, vertrauen darfst.
Treu ist der Wald, er umfängt dich mit Stille
er stimmt deine Seele allein durch sein Sein
auf den passenden Ton, so dass du aufs Neue
dein Gleichgewicht findest und freudige Stimmung
dein Herz ganz erfüllt und den Geist dir belebt,
ganz wie ein Freund, der dich liebt, wie du bist.

Allmählich steigend schlingt langsam der Weg sich
durch düstere Fichten den Buchen entgegen
wo lichter der Boden und grasgrüne Polster
dich freundlich einladen zu Schlummer und Rast,
da mild durch die luftigen Kronen das Licht sich
im heitersten Tanz mit der Erde vereint
wo ausgestreckt träumend ihr Spiel du verfolgst
berauscht von dem Rauschen des Winds im Geäst.

Hier fühlst du Heimat, die Erde, den Himmel,
schwingst mit im endlosen Lied unserer Welt
weißt dich vereint mit dem Summen der Fliegen
und dem Gesang all der Vögel ringsum.
Hier magst du bleiben inmitten des Lebens
das du bist und das dich von außen umspielt
du bist gemeint von dem Lied dieses Waldes
einzig nur du, denn du bist ihm die Welt.

(Christoph Quarch, für das Brainlight-Hörprogramm verfasst.)


Es gibt allerdings auch Fachphilosophen…

Veröffentlicht am 04. Mai 2018

Medientauglichkeit und Ratgeberliteratur

Fachphilosophen, die ihre Gedanken in einem öffentlichen Diskurs in den Medien preisgeben, sind jedoch eher selten. Einfacher ist es für die Intellektuellen, Fachliteratur zu schreiben. Sie haben damit auch den Vorteil, dass sie nicht die Kompliziertheitszensur der Medien bestehen müssen. Es gibt allerdings auch Fachphilosophen, die sich an populärwissenschaftliche Bücher wagen. Ihre Werke stehen in den Buchhandlungen in der Abteilung für Ratgeberliteratur. Ein gutes Beispiel ist das neue Buch von Christoph Quarch

mit dem Titel »Nicht Denken ist auch keine Lösung – Wie Sie gute Entscheidungen treffen«. Der Autor schreibt eine Philosophie des Entscheidens: »Warum sollen wir tun, was wir können, obgleich wir es müssen?« Entscheidungen verbinden Getrenntes, schließen Klüfte und erzeugen Stimmigkeit oder Einklang – oder beides. Gute Entscheidungen sind Früchte der freien Kreativität des Menschen bzw. auch seiner Seele. Stimmige Entscheidungen lassen sich auch nicht mit der technischen Strategie des Ichs vergleichen. Und! Gute Entscheidungen sind unberechenbar, auch nicht planbar – sie folgen allein dem Imperativ »Erkenne dich selbst« … Ein anspruchsvolles Thema, das auf 200 Seiten mit einer guten Leserführung ausführlich behandelt wird. Auf das gelungene Beispiel dieser Popularphilosophie wird auch auf der Plattform Philosophie.ch hingewiesen. Man kann sich nur wünschen, dass das Beispiel des Vereins „Philosophie.ch – Swiss Portal for Philosophy“ Schule macht und die noch schweigenden Philosophen aus ihrem Elfenbeinturm lockt.

https://www.gu.de/buecher/bewusst-gesund-leben/lebenshilfe/1415145-nicht-denken-ist-auch-keine-loesung/

Veröffentlicht im Wissenschaftskultur.blogspot.de Und ein herzliches Dankeschön von mir hierfür !https://wissenschaftskultur.blogspot.de/2018/05/philosophie-im-netz-wwwphilosophiech.html


Sendung Logos Ö1 »Was ist Glück und wie viel Religion man dafür braucht“

Veröffentlicht am 29. April 2018

Ö1 – Sendung »Logos – Glauben und Zweifeln“ hier zum Nachhören 

»Glücksfaktor Religion?! Was Glück ist und wie viel Religion man dafür braucht“.

Das Sehnen und das Endziel allen menschlichen Strebens ist die Glückseligkeit (»Eudaimonia“). So hat es der griechische Philosoph Aristoteles definiert. Auch heute wird dies von modernen Ratgeber/innen, Philosoph/innen und Autor/innen in Vorträgen, Büchern und Seminaren behauptet. Aber dabei bleibt unklar, wie dieses Glück näher zu beschreiben ist. Liest man zeitgenössische Ratgeberliteratur zu diesem Thema, so lässt sich feststellen, dass der ihnen zugrundeliegende Glücksbegriff sehr unscharf und verwaschen bleibt.

Offen bleiben Fragen wie: Welches Glück vermag denn den Menschen wirklich zu erfüllen? Worin besteht Glück eigentlich? Welche Wege führen denn zum Glück (und welche ins Unglück)? – Und: Es muss auch der skeptischen Frage nachgegangen werden, ob es denn wirklich stimmt, dass sich das Menschsein nur im Glück erfüllt. Wenn diese Fragen einigermaßen befriedigend beantwortet sind, dann lässt sich erst ermessen, ob es die Sache einer Religion ist, denen, die ihr folgen, einen Weg zum Glück zu ebnen. Ist das, was Aristoteles aus guten Gründen mit »Glückseligkeit“ beschrieben hat, überhaupt ohne Religion zu haben? Eine Frage, die erst eine Antwort findet, wenn die landläufigen Konzepte von Glück und Religion revidiert werden.

Johannes Kaup hat dazu mit dem Philosophen Christoph Quarch gesprochen.

 


RECHT… zur aktuellen Weltsituation

Veröffentlicht am 15. April 2018

Was man heute gemeinhin als „Regierende“ nennt, sollte man besser „Diener der Gesetze“ nennen, nicht um der Neuschöpfung von Worten willen, sondern weil ich glaube, dass von mehr als allem anderen davon sowohl das Wohl eines Gemeinwesens abhängt als auch sein Gegenteil. Denn einem Gemeinwesen, in dem das Recht geknechtet wird und machtlos ist, sehe ich den Untergang bevorstehen. Einem Gemeinwesen aber, worin das Recht der Gebieter über die Regierenden ist und die Regierenden Diener des Gesetzes sind, prophezeie ich nicht nur Wohlergehen, sondern auch all das Gute, was die Götter je einem Gemeinwesen gewährt haben.

τοὺς δ᾽ ἄρχοντας λεγομένους νῦν ὑπηρέτας τοῖς νόμοις ἐκάλεσα οὔτι καινοτομίας ὀνομάτων ἕνεκα, ἀλλ᾽ ἡγοῦμαι παντὸς μᾶλλον εἶναι παρὰ τοῦτο σωτηρίαν τε πόλει καὶ τοὐναντίον. ἐν ᾗ μὲν γὰρ ἂν ἀρχόμενος ᾖ καὶ ἄκυρος νόμος, φθορὰν ὁρῶ τῇ τοιαύτῃ ἑτοίμην οὖσαν: ἐν ᾗ δὲ ἂν δεσπότης τῶν ἀρχόντων, οἱ δὲ ἄρχοντες δοῦλοι τοῦ νόμου, σωτηρίαν καὶ πάντα ὅσα θεοὶ πόλεσιν ἔδοσαν ἀγαθὰ γιγνόμενα καθορῶ.

(Platon, Gesetze 715c-d)
Was in Syrien geschieht, ist schlimm. Menschen sind auf grausame Weise ums Leben gekommen. Der Einsatz von Giftgas ist verabscheuenswürdig und durch nichts zu rechtfertigen. Doch niemand wird sie wieder zum Leben erwecken, indem noch mehr Bomben fallen und noch mehr Raketen fliegen – mögen sie auch noch so „smart“ und „beautiful“ daherkommen. Schlimmer noch ist deshalb, was in diesen Tagen in der internationalen Politik geschieht: das Knechten des Rechts von allen Seiten – das Aushebeln, Ignorieren, Verspotten eines Völkerrechtes, auf das sich die internationale Staatengemeinschaft nach den katastrophalen Kriegen des 20. Jahrhunderts mühsam und mehr schlecht als recht verständigt hatte. Wenn aber erst das Recht allseits missachtet wird, dann ist – wie schon vor hunderten von Jahren Platon sah – der Untergang der Staaten nahe.

Nicht nur der Einsatz von Chemiewaffen verstößt gegen das Recht, das sich die Menschheit gab. Ein willkürlicher Militärschlag gegen einen souveränen Staat ohne völkerrechtliches Mandat verstößt nicht minder dagegen. Gegen jedes Rechtsverständnis verstoßen auch Vorverurteilung und Selbstjustiz – Vorgehensweisen, die nicht nur in der Kachelmann-Affäre und dem Fall Skripal Schule machen, sondern nun auch beim Militärschlag gegen Syrien scheinbar bedenkenlos als legitim verkauft werden sollen. Was soll man von „Regierenden“ halten, die, wo es ihnen passt, das Völkerrecht für sich in Anspruch nehmen, und die es immer dann missachten, wenn es ihren eigenen Interessen im Wege steht. Das Schlimme daran ist, dass dies für alle Seiten gilt: Es gilt für die Assad genauso wie für Putin, es gilt für Erdogan genauso wie für Trump. Und leider gilt es auch für May, Macron und Merkel.

Wissen diese Leute, was sie tun? Ahnen sie, wohin es führt, wenn sie nicht nur das Recht nach eigenem Gutdünken verletzen, sondern – was noch schwerer wiegt – dem Geiste der Gesetze spotten: jenem Geist, der es verbietet, Strafen zu verhängen, ohne dass bewiesen wäre, ob Verdächtigte auch wirklich Täter sind; ohne das Recht zu bemühen, nach Maßgabe des eigenen Urteils Gewalt mit Gewalt zu vergelten; ohne unabhängige Instanzen zu bemühen, frei nach Lust und Laune die Sanktionen zu verhängen, die man glaubt – ohne selbst Schaden dabei zu nehmen – aufgrund seiner militärischen Stärke verhängen zu dürfen.

Es kann einem Gemeinwesen eben so wenig wie der Weltgemeinschaft im Ganzen gut bekommen, so unverblümt am Ast zu sägen, auf dem wir alle sitzen: an dem Ast der Rechtsstaatlichkeit und der internationalen Absprachen. Mehr denn je brauchten wir in einer mannigfaltig bedrohten Welt den Geist des Rechts anstelle jenes Säbelrasselns über Twitter, dessen Geistlosigkeit zum Himmel schreit. Wie anders könnte eine irgendwie verträgliche Lösung für Syrien und den ganzen Nahen Osten aussehen als in Gestalt von rechtlich bindenden Verträgen oder Abkommen? Wie aber will man dazu kommen, wenn man fortwährend bekundet, dass einem das Recht und all seine Verbindlichkeiten geradewegs am Allerwertesten vorbeigehen? Wie will man Konflikte lösen, wenn man systematisch jede Basis des Vertrauens bombardiert?

Wer jedoch könnte die Welt ans Recht erinnern und die Würde der Gesetze einfordern? Wie die Dinge heute stehen, scheint nur ein Land auf Erden dazu in der Lage und dazu berufen. Und das ist ausgerechnet Deutschland. Vor dem Hintergrund unserer Geschichte, unseres internationalen Ansehens und unseres wirtschaftlichen Einflusses, stünde es denen, die bei uns „Regierung“ heißen, gut zu Gesichte, nicht bloß rhetorisch, sondern entschieden zur Deeskalation aufzurufen. Dass so etwas möglich ist, hat vor nicht langer Zeit eine Bundesregierung bewiesen, als sie sich den militärischen Interventionen im Irak widersetzte. Heute wäre es nicht schwer, das Gewicht unseres Landes in die Waagschale dafür zu werfen, dass endlich das geschieht, was schon seit Jahren überfällig ist: dass sich alle Kriegsparteien in Syrien mit Assad an einen Tisch setzen und eine Lösung aushandeln.

Mag sein, dass es ein Traum ist – aber träumen wird man ihn wohl dürfen: den Traum, dass unser Land sich in die Rolle fügt, die ihm am besten zu Gesichte stünde: dem Internationalen Recht ein treuer Diener sein.
Sonntag, 15.4.2018 Christoph Quarch


DEMUT

Veröffentlicht am 12. April 2018

Ich weiß, dass ich nichts weiß.
(Sokrates)

Eine alte Geschichte erzählt, einst habe das berühmte Orakel von Delphi verkündet, der weiseste aller Menschen sei ein gewisser Sokrates aus Athen. Als dieser davon Nachricht erhielt, habe er sich sehr gewundert und behauptet, das Orakel müsse sich geirrt haben, denn er sei sich vollkommen darüber im Klaren, dass er eigentlich von nix ne Ahnung habe. Er sei nun mal kein Experte – weder in politischen Fragen, noch in technischen Fragen. Und ein Wirtschaftsweiser sei er schon mal gar nicht. Wie könne es dann sein, dass ausgerechnet er der weiseste aller Menschen sein soll? Vielleicht deshalb, so die Antwort, die er sich letztlich gab, weil das ganze großartige Wissen der Experten eigentlich gar nicht so wichtig ist. Weil es am Ende nicht darauf ankommt, sich in allen möglichen Bereichen auszukennen; sondern dass es viel wichtiger ist, mit all seinem Wissen auf eine gute Weise umzugehen. Entscheidend, so meinte Sokrates, ist nicht, sich mit seinem Wissen brüsten zu können, sondern sich mit seinem Wissen in den Dienst des Guten zu stellen, um seinen Mitmenschen und der Gesellschaft zu dienen. Vom Wort „dienen“ leitet sich das Wort Demut her, und so ist es eine demütige Haltung, die den Weisen auszeichnet. Er weiß: Nicht er ist wichtig, sondern wichtig ist, dass die Wahrheit zu Wort kommt und das Gute getan wird.

(Zeit-Wert-Geben)


Entscheidungen: Wenn nichts hilft, wirft man eine Münze…

Veröffentlicht am 08. April 2018

Mein Interview zu meinem neuen Buch »Nicht denken ist auch keine Lösung“ im Kurier.at vom 3. März 2018 finden Sie hier. 


Unsere Erde schützen…Mission Life Force

Veröffentlicht am 02. April 2018

Wenn man mit ganzheitlichem Denken wirklich ernst machen möchte, ist diese Initiative, die ich und meine Frau aus Überzeugung unterstützen, ein kleiner und sehr hilfreicher Beitrag und ein vom Denken in die Tat kommen.

Der Natur mit Hilfe einer Art »juristischen Person“ zu helfen, was für eine kluge und wirklich sinnvolle Idee. Helfen Sie mit, werden Sie »EARTH PROTECTOR“ . Mit diesem Link kommen Sie zur Webseite von Mission Life Force


WAS TUN?

Veröffentlicht am 23. März 2018

Was tun? Denken, Sprechen, Lieben. Wir leben in einer fordernden Zeit, in der wir uns nach Veränderung sehnen, aber uns oft rat- und tatenlos fühlen, weil wir nicht wissen, wie wir etwas am Weltzustand verändern könnten, was zu tun wäre und wo wir den Hebel anlegen könnten?
Es gibt keine einfachen und schnellen Antworten auf diese Fragen. Und das ist gut, denn diese Fragen nötigen uns, das zu tun, was heute das Notwendigste von allem ist: Sie nötigen uns zum Denken.

Auch wenn es den meisten Zeitgenossen überaus befremdlich vorkommt: Wer sich wirklich danach sehnt, dass sich die Welt zum Guten wandelt, muss zunächst den Mut aufbringen, sich dem Denken zuzuwenden. Denn allein im Denken wächst die Kraft zum Wandel. Und das Denken waltet da, wo Menschen sich in Frage stellen lassen: im Gespräch. Deshalb ist der Anfang allen Wandels das Gespräch. Und für eben das möchte ich alle sich nach Wandel sehnende  Menschen begeistern.“ (CQ)